Innovating at the TopEdition 02. Manager in der Medienfalle

Selten standen die Manager so am Pranger wie zurzeit. Gnadenlos werden sie immer wieder und völlig überraschend zur Zielscheibe von Medien, ob berechtigt oder nicht. Die Manager sind in der Medienfalle.

Statt selbst zu agieren, lassen sie sich in die Defensive drängen, aus der sie nicht mehr herauskommen. Schlecht für das Unternehmen, schlecht für ihre eigene Position. Wer dagegen die Öffentlichkeit für sich gewinnt, verschafft sich unschätzbar wertvolle strategische Vorteile.

Strategische Kommunikation heißt in der heutigen Zeit, die möglichen Reaktionen der Öffentlichkeit schon in die unternehmerische Entscheidung selbst mit einzubeziehen. Dazu muss man Journalisten als die wesentlichen Mittler zur Öffentlichkeit besser verstehen, als dies gemeinhin der Fall ist.

Beide Berufsgruppen wissen zu wenig übereinander. Und deshalb gibt es auf beiden Seite viele Vorurteile. Eine Roland-Berger-Studie zum Informations- und Entscheidungsverhalten von Führungskräften hat unter anderem nach der Glaubwürdigkeit der Journalisten gefragt. Das Resultat: Mitarbeiter und Kollegen, Professoren und Berater, "wirtschaftsfremde“ Familienmitglieder, ja selbst unmittelbare Konkurrenten im eigenen Unternehmen gelten als vergleichsweise glaubwürdig. Am schlechtesten schneiden die Journalisten ab. Sie werden in puncto „Unglaubwürdigkeit“ nur noch von Politikern übertroffen …